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PhD Project.

DER UMSCHLOSSENE STADTPARK.
RÄUMLICHKEIT UND MATERIALITÄT VON GRENZEN UND SCHWELLEN STÄDTISCHER PARKS IN PARIS; BERLIN UND ROM AM ENDE DES 20. JAHRHUNDERTS

Während die Planungsparadigmen der Moderne (Charta von Athen) dazu tendierten, Stadt und Landschaft als quantitative und fließende Einheiten zu betrachten, haben verschiedene Veränderungen in den 1970er Jahren - vor allem ein wachsendes ökologisches Bewusstsein, eine verstärkte sozio-politische Aufmerksamkeit für die gebaute Umwelt, die Entstehung der Disziplin der Landschaftsarchitektur und ein wachsendes Interesse an historischen Stadtmorphologien - auf europäischer Ebene eine neue räumliche und materielle Form des öffentlichen Raums hervorgebracht. In der Folge steht der Parc de la Villette in Paris für die Wiedergeburt des Stadtparks als landschaftsarchitektonisches Projekt und als eigenständiges Element im öffentlichen Raum.

Das Dissertationsprojekt schaut sich nun die anschließenden Projekte der Rénovation urbaine in Paris genauer an und hinterfragt die Rolle des Parks als Stadtbaustein und seine Integration in den umgebenden Kontext. Am Beispiel des Entwicklungsprojekts ZAC Citroën Cévennes wird genauer die Schnittstelle zwischen den natürlichen Elementen (dem Park) und den gebauten Elementen (dem Block, der Straße, dem Platz) im öffentlichen Raum analysiert. Die Untersuchung des Wettbewerbsprogramms, der eingereichten Entwürfe und Beobachtungen vor Ort zeigen ein Wiederauftauchen und eine Vielfalt der baulichen Einhegungen dieser städtischen Naturräume in Form von Zäunen, Mauern und Gräben.

Eine Analyse der räumlichen und materiellen Gestaltung dieser Grenzen und Schwellenräume steht daher im Mittelpunkt des Interesses. Die funktionale und symbolische Rolle dieser Elemente soll untersucht werden, um die Gestaltungspraxis der Umschließung urbaner Naturräume in eine longue durée (Braudel 1958) zu stellen. Sind diese Grenzen und Schwellen darüber hinaus Ausdruck einer zugrunde liegenden Mensch-Natur-Beziehung und Repräsentationen tieferer epistemischer Perspektiven?

Um die Hypothese eines Paradigmenwechsels hinsichtlich der Rolle des Stadtparks im öffentlichen Raum auf europäischer Ebene am Ende des 20. Jahrhunderts zu klären, werden in einem zweiten Schritt vergleichende Studie zu den Entwürfen urbaner Naturräume im Rahmen zeitgleicher Entwicklungsprojekte in den weiteren Haupstädten und Berlin (Internationale Bauausstellung) und Rom (Secondo PEEP) herangezogen.

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Betreuung

Prof HDR Corinne Luxembourg (Université Sorbonne Paris Nord)

Prof Henri Bava (KIT)

Prof Rosa De Marco (AMP ENSA Paris la Villette)

Parc André Citroën, Paris